Die Kimble Glass Co. war ein amerikanisches Glasunternehmen im Besitz von Evan F. Kimble. Historisch bedeutsam ist vor allem die Übernahme der Vineland Flint Glass Works im Jahr 1931 nach dem Tod von Victor Durand Jr. und die anschließende Abkehr von einem ausgeprägten Kunstglasprogramm zugunsten kommerziellerer Produktion.

Historischer Kontext
Die Kimble Glass Co. steht für eine Übergangsphase in der amerikanischen Glasgeschichte. Zu Beginn der 1930er Jahre geriet aufwendig hergestelltes Kunstglas durch Wirtschaftskrise, veränderte Wohnkultur und stärker standardisierte Industrieproduktion unter Druck. Viele Glasbetriebe mussten teure dekorative Linien einschränken und sich auf besser verkäufliche Waren konzentrieren.
Das Unternehmen ist mit den Vineland Flint Glass Works in New Jersey verbunden. Dieser Betrieb ist in der Geschichte des amerikanischen Kunstglases vor allem durch Durand Art Glass bekannt. Victor Durand Jr. spielte dort eine zentrale Rolle; sein Tod im Jahr 1931 bedeutete einen deutlichen Einschnitt.
Unternehmensgeschichte
Nach den vorliegenden Angaben gehörte die Kimble Glass Co. Evan F. Kimble. Im Jahr 1931 übernahm Kimble nach dem Tod von Victor Durand Jr. die Vineland Flint Glass Works. Damit änderte sich die Ausrichtung des Betriebs grundlegend.
Die Herstellung von Kunstglas wurde weitgehend aufgegeben, auch wenn einzelne Ausnahmen erwähnt werden. Der Schwerpunkt verlagerte sich auf kommerziellere Erzeugnisse. Dekorative Anklänge verschwanden jedoch nicht vollständig, sondern wurden selektiv in marktfähige Formen übernommen.
Stil und künstlerische Bezüge
Als Vorbilder werden Clutha-Glas und die Glasproduktion von Tiffany genannt. Clutha-Glas entstand im späten 19. Jahrhundert in Schottland bei James Couper & Sons und wird mit dem Umfeld von Christopher Dresser verbunden. Charakteristisch sind eingeschlossene Blasen, wolkige Farbzonen, innere Schlieren und ein bewusst altertümlicher Eindruck, der an ausgegrabenes römisches Glas erinnern kann. Tiffanys Favrile-Glas ist dagegen besonders für Irisierungen, opalisierende Farben und eine reich nuancierte Oberfläche bekannt.
Bei Kimble Glass Co. erscheinen solche Bezüge eher als dekorative Zitate in einer kommerziellen Produktion. Genannt werden unter anderem Glasgefäße oder schalenartige runde Formen. Ohne weitere Belege sollten einzelne Objekte nicht bestimmten Entwerfern zugeschrieben werden.
Techniken und Materialien
Der Begriff “flint glass” im Namen Vineland Flint Glass Works ist historisch zu verstehen. Er kann auf klares, verfeinertes Glas verweisen, beweist aber nicht automatisch, dass sämtliche Produkte Bleikristall waren.
Effekte, die an Clutha oder Tiffany erinnern, konnten durch allgemeine Heißglastechniken entstehen: farbige Glasposten, innere Schlieren, kontrolliert eingeschlossene Luftblasen, optische Einschlüsse und Oberflächenbehandlungen. Tiffany-artige Irisierungen beruhen auf metallischen Lüstren und kontrollierten Ofenbedingungen; Clutha-nahe Wirkungen leben stärker von inneren Blasen, Adern und rauchigen Farbzonen. Eine spezifische Kimble-Rezeptur ist in den bereitgestellten Informationen nicht belegt.
Beziehung zu Muranoglas
Eine direkte Verbindung zu Murano ist nicht dokumentiert. Ein Vergleich ist nur allgemein sinnvoll: Auch Murano-Glasmacher arbeiteten mit Farbe, Einschlüssen, Blasen, Irisierung und Gefäßformen. Die Kimble Glass Co. sollte jedoch ohne unabhängige Belege nicht als mit Murano verbunden dargestellt werden.
Nachwirkung
Die Bedeutung der Kimble Glass Co. liegt weniger in einem eigenständigen Kunstglasstil als in der dokumentierten Produktionswende. Sie zeigt, wie ein mit amerikanischem Kunstglas verbundener Betrieb nach einem Eigentümerwechsel stärker auf kommerzielle Ware ausgerichtet wurde. Für Sammler und Forschung ist diese Unterscheidung wichtig, um Objekte aus dem Durand-Umfeld von späteren Kimble-Phasen abzugrenzen.
Historisch belegte Besonderheiten
- 1931 ist das zentrale Datum: Auf den Tod von Victor Durand Jr. folgte die Übernahme der Vineland Flint Glass Works durch Evan F. Kimble.
- Die spätere Produktion behielt einzelne dekorative Anregungen bei, ordnete sie aber einer kommerziellen Ausrichtung unter.
- Clutha und Tiffany sind stilistische Bezugspunkte, keine Belege für eine direkte Zusammenarbeit.
FAQ
Wem gehörte die Kimble Glass Co.?
Die Kimble Glass Co. ist als Glasunternehmen im Besitz von Evan F. Kimble dokumentiert.
Was geschah 1931?
1931 übernahm Evan F. Kimble nach dem Tod von Victor Durand Jr. die Vineland Flint Glass Works.
Produzierte Kimble Glass Co. weiterhin Kunstglas?
Nur in begrenztem Umfang. Die Produktion wurde überwiegend kommerzieller ausgerichtet.
Welche Stile beeinflussten die spätere Produktion?
Dokumentiert sind Bezüge zu Clutha-Glas und Tiffany-Glas, besonders bei dekorativen Glasgefäßen.
Gibt es eine Verbindung zu Murano?
Eine direkte Verbindung zu Muranoglas ist in den verfügbaren Informationen nicht dokumentiert.
